Nachdenken über Gerechtigkeit

Fragst du ein Kind,
wird es dir vielleicht
erzählen,
dass man Kekse
gerecht teilt. Wenn man
zwei hat,
und zwei Kinder,
bekommt jedes
einen.

Aber was, 
wenn man zwei Kinder
und einen Keks hat?
Oder 4 Kekse und 5 Kinder?
Oder 2 Kekse und 3 Kinder?
Ich meine die ganz harten,
krümeligen Kekse,
die, die in tausend Teile zerfallen,
wenn man 
sie bricht.

Was ist dann gerecht?

Unbenannt

Die dunklen Kammern in deinem Gehirn,
die schwarzen Flecken auf deinem Herzen,
sie sind da,
gut verborgen,
und brechen doch auf,
unter dem Mond,
wenn die Geräusche um dich herum zur Ruhe kommen.

.

Gier
legt sich wie 
ein Schleier auf alles,
was du tust.

Neid macht dich
hässlich.

Angst tötet alle Farben
in dir.

Zur Hölle mit den Tugenden und
Regeln um der Regeln willen.

Sei einfach Liebe.

.

Die Welt hat
alle Facetten. 
Sie alle dürfen beleuchtet werden.
Deshalb wird es nicht nur
Schönes geben.
Kehre um, Wanderer,
wenn du nur Lächeln und
Honig willst.
Diese Frucht ist auch bitter.
Aber sie ist vor allem 
bunt
und alle Farben Teil
von hier.

Liebe

Wie schön ist der Gedanke,
wenn du gehst, Liebe,
dich zu bitten,
die Tür offen zu lassen.
Auch wenn ich gerade 
nicht atmen kann,
auch wenn ich zum Umfallen 
traurig bin,
auch wenn ich nie wieder 
lieben will, weil es so
wehtut.
Tür, bleib offen.
Für den Rest meines Lebens.
Und du, Liebe,
sei willkommen,
wenn du magst und kannst.
Und lass mich trotz allem 
nie vergessen,
dass du unser Bestes
bist.

.

Ich habe vielleicht
nicht ständig
einen langen Atem.

Aber ich habe immer
das Feuer des 
Moments,
den Stum des Herzens
und die Sehnsucht
nach allem-

Lockdownlyrik (2)

Ein Zimmer.
Wecker 6.05 Uhr.
Meditieren, aufstehen, Kaffee,
Frühstück.
„Bist du müde?“
Dusche.
Vorher vielleicht Sport
oder raus, walken.
Dann mit Sicherheit 
Dusche.
Dann Zimmer.
Umziehen.
Küche, Tee.
Ein Zimmer. Arbeiten.
Küche, Tee, Bad.
Ein Zimmer.
Küche. Mittag.
30 Minuten freier Himmel.
Zurück in ein Zimmer.
Bad. Küche, Tee.
Ein Zimmer.
Küche.
Feierabend.
„Was essen wir heute 
zum Abendbrot?“
Küche. Essen.
Ein Zimmer telefonieren.
Küche. Bad.
Ein Zimmer. Ein Film.
Bad.
Ein Zimmer schlafen.
Winter 21.

Lockdownlyrik (1)

Wir halten den Atem an,
miteinander isoliert,
entfernt allein.
Kein Alltag mehr
oder
noch nicht wieder.
Wir reden noch von Normal
und dass es zurückkommt.
Aber immer öfter der Verdacht,
dass wir davon nur träumen.
Wir hoffen viel und
seufzen zwischen den Sätzen,
versuchen Freude und
Optimismus,
finden kleine Nischen
und doch hängt eine 
Wolke über uns,
die manchmal ausbricht und
uns in Verzweiflung
badet.

Die kleinen Dinge werden
größer,
die Gespräche, die 
wir noch führen dürfen,
die Blumen des Frühlings,
	egal wie klein.
Sonnenstrahlen.

Nichts ist 
mehr gesetzt.

Wir wandeln uns und
gestehen es uns noch
nicht ein.

.

Früher 
hab ich mir 
das Erwachsensein 
irgendwie weniger 

müde 

vorgestellt.

.

Du hast mich gefragt,
was ich dich schon 
immer fragen wollte
und
plötzlich kann ich an
nichts anderes denken
als

Wie wohl deine Lippen
	schmecken.

Aber unsere Freundschaft ist mir zu wichtig.
Ich lächle also nur.
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