Fragst du ein Kind, wird es dir vielleicht erzählen, dass man Kekse gerecht teilt. Wenn man zwei hat, und zwei Kinder, bekommt jedes einen. Aber was, wenn man zwei Kinder und einen Keks hat? Oder 4 Kekse und 5 Kinder? Oder 2 Kekse und 3 Kinder? Ich meine die ganz harten, krümeligen Kekse, die, die in tausend Teile zerfallen, wenn man sie bricht. Was ist dann gerecht?
Kategorie: aus: Wege + Steine
Unbenannt
Die dunklen Kammern in deinem Gehirn, die schwarzen Flecken auf deinem Herzen, sie sind da, gut verborgen, und brechen doch auf, unter dem Mond, wenn die Geräusche um dich herum zur Ruhe kommen.
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Gier legt sich wie ein Schleier auf alles, was du tust. Neid macht dich hässlich. Angst tötet alle Farben in dir. Zur Hölle mit den Tugenden und Regeln um der Regeln willen. Sei einfach Liebe.
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Die Welt hat alle Facetten. Sie alle dürfen beleuchtet werden. Deshalb wird es nicht nur Schönes geben. Kehre um, Wanderer, wenn du nur Lächeln und Honig willst. Diese Frucht ist auch bitter. Aber sie ist vor allem bunt und alle Farben Teil von hier.
Liebe
Wie schön ist der Gedanke, wenn du gehst, Liebe, dich zu bitten, die Tür offen zu lassen. Auch wenn ich gerade nicht atmen kann, auch wenn ich zum Umfallen traurig bin, auch wenn ich nie wieder lieben will, weil es so wehtut. Tür, bleib offen. Für den Rest meines Lebens. Und du, Liebe, sei willkommen, wenn du magst und kannst. Und lass mich trotz allem nie vergessen, dass du unser Bestes bist.
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Ich habe vielleicht nicht ständig einen langen Atem. Aber ich habe immer das Feuer des Moments, den Stum des Herzens und die Sehnsucht nach allem-
Lockdownlyrik (2)
Ein Zimmer. Wecker 6.05 Uhr. Meditieren, aufstehen, Kaffee, Frühstück. „Bist du müde?“ Dusche. Vorher vielleicht Sport oder raus, walken. Dann mit Sicherheit Dusche. Dann Zimmer. Umziehen. Küche, Tee. Ein Zimmer. Arbeiten. Küche, Tee, Bad. Ein Zimmer. Küche. Mittag. 30 Minuten freier Himmel. Zurück in ein Zimmer. Bad. Küche, Tee. Ein Zimmer. Küche. Feierabend. „Was essen wir heute zum Abendbrot?“ Küche. Essen. Ein Zimmer telefonieren. Küche. Bad. Ein Zimmer. Ein Film. Bad. Ein Zimmer schlafen. Winter 21.
Lockdownlyrik (1)
Wir halten den Atem an, miteinander isoliert, entfernt allein. Kein Alltag mehr oder noch nicht wieder. Wir reden noch von Normal und dass es zurückkommt. Aber immer öfter der Verdacht, dass wir davon nur träumen. Wir hoffen viel und seufzen zwischen den Sätzen, versuchen Freude und Optimismus, finden kleine Nischen und doch hängt eine Wolke über uns, die manchmal ausbricht und uns in Verzweiflung badet. Die kleinen Dinge werden größer, die Gespräche, die wir noch führen dürfen, die Blumen des Frühlings, egal wie klein. Sonnenstrahlen. Nichts ist mehr gesetzt. Wir wandeln uns und gestehen es uns noch nicht ein.
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Früher hab ich mir das Erwachsensein irgendwie weniger müde vorgestellt.
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Du hast mich gefragt, was ich dich schon immer fragen wollte und plötzlich kann ich an nichts anderes denken als Wie wohl deine Lippen schmecken. Aber unsere Freundschaft ist mir zu wichtig. Ich lächle also nur.