Eigentlich hatte ich mit ein bisschen mehr Zeit gerechnet.
Bis zu 72 Stunden kann es dauern, bis ein neues Buch nach der Veröffentlichung geprüft und freigegeben wird. Das war zumindest die Zeit, die ich vorsichtshalber eingeplant hatte.
DANACH hatte offenbar andere Pläne.
Es hat länger gedauert, dieses Buch wieder in die Welt zu bringen, als ich ursprünglich dachte. Und am Ende ging es dann plötzlich schneller als geplant.
Jetzt ist es da.
Und ich freue mich riesig.
Vielleicht auch deshalb, weil DANACH für mich nicht nur ein neues Buch ist. Die Texte darin sind schon vor einigen Jahren entstanden. Damals waren sie vier kleine Bücher, Mikroprosa für die Hosentasche. Jetzt erscheinen sie zum ersten Mal gemeinsam und in einer neuen Form.
Ich habe lange überlegt, ob ich diese Texte noch einmal veröffentlichen möchte.
Nicht, weil ich sie nicht mehr mag. Sondern weil Zeit vergangen ist. Ich habe seitdem geschrieben, gearbeitet, gelernt, andere Dinge gemacht. Natürlich würde ich heute manches anders erzählen. Manche Fragen anders stellen. Manche Texte vielleicht gar nicht mehr schreiben.
Aber beim Wiederlesen habe ich gemerkt: Das macht die alten Texte nicht falsch.
Sie erzählen davon, wie Menschen sich begegnen. Sich verlieben. Sich verlieren. Einander wehtun. Bleiben, obwohl sie gehen wollten. Gehen, obwohl sie vielleicht gern geblieben wären. Sie erzählen von Abschieden, von Beziehungen und von all den Stellen dazwischen, an denen es selten so eindeutig ist, wie wir es gern hätten.
Und ich kann noch immer hinter ihnen stehen. Also dürfen sie wieder raus.
Und es bleibt nicht bei DANACH
Während ich an der Neuauflage gearbeitet habe, ist noch etwas passiert. Ich habe gemerkt, dass DANACH nicht allein steht. Es ist der erste Teil von drei Büchern, die miteinander verbunden sind, obwohl jedes für sich funktioniert.
DANACH schaut auf das, was zwischen Menschen passiert.
WACHSEN richtet den Blick stärker auf uns selbst und auf die Frage, wie wir eigentlich leben wollen.
Und LIEBEN schaut wieder nach außen: auf Nähe, Verbindung und darauf, wie wir miteinander sein können.
Vielleicht ist das auch die Bewegung, die sich erst mit Abstand erkennen ließ.
Erst fragen: Was ist mit uns passiert?
Dann: Wer bin ich eigentlich darin?
Und irgendwann wieder: Wie können wir miteinander sein?
WACHSEN und LIEBEN werden folgen. Nicht morgen. Ich habe aus der Sache mit Zeitplänen möglicherweise etwas gelernt. Möglicherweise.
Aber heute ist erst einmal DANACH da
Und das darf einen Moment lang reichen.
Ich habe in den vergangenen Wochen Cover verschoben, Dateien geprüft, Metadaten eingetragen, Probedrucke bestellt, noch einmal gelesen, noch einmal geprüft und vermutlich sehr viel mehr über Beschnittzugaben nachgedacht, als ich jemals über Beschnittzugaben nachdenken wollte.
Jetzt könnt ihr das Buch lesen. Das ist eindeutig der bessere Teil.
Und wenn ihr wissen möchtet, wie es mit WACHSEN, LIEBEN und den anderen Büchern weitergeht: Kommt wieder vorbei. Hier in den Notizen und im Newsletter erzähle ich in nächster Zeit mehr darüber, wie die Bücher entstanden sind, warum alte Texte überhaupt noch einmal erscheinen – und wie aus einem Foto von einer ziemlich verkorksten Islandreise schließlich das Gesicht von DANACH wurde.
Aber das alles später.
Heute freue ich mich erst einmal.
Es ist da.
