Irgendwann bestelle ich einen Probedruck. Das ist ein ziemlich unspektakulärer Vorgang. Datei hochladen, prüfen, bestellen, warten. Ein paar Tage später liegt ein Paket vor der Tür. Und trotzdem ist das für mich einer der wichtigsten Momente beim Büchermachen. Denn bis dahin habe ich kein Buch. Ich habe eine Datei. Ich kann sie auf dem Bildschirm ansehen. Ich kann hineinzoomen, Seiten nebeneinanderlegen, Abstände prüfen und mir ziemlich überzeugend einreden, dass ich weiß, wie das später aussehen wird. Weiß ich aber nicht.
Ein Buch hat eine Größe. Es hat Gewicht. Die Seiten fallen auf eine bestimmte Art. Der Text sitzt plötzlich nicht mehr auf meinem Bildschirm, sondern auf Papier. Ich sehe, wie viel Weißraum tatsächlich da ist. Ob eine Schrift angenehm zu lesen ist. Ob ein Bild trägt. Ob das Cover als Gegenstand funktioniert oder nur als hübsches Rechteck auf einem Monitor.
Und ich merke Dinge, die ich vorher nicht gesehen habe. Manchmal sind es Fehler. Manchmal ist es nur dieses schwer zu erklärende: Nein. So noch nicht. Und manchmal passiert das Gegenteil. Ich nehme das Buch in die Hand und denke: Ja. Genau so. Das hatte ich bei DANACH.
Die Texte darin kannte ich natürlich. Sehr gut sogar. Ich hatte das Format festgelegt, das Cover entwickelt, Seiten gesetzt, ausgedruckt und wieder verändert. Theoretisch gab es wenig Überraschungspotenzial. Dann lag der Probedruck vor mir. Und plötzlich war da keine Sammlung von Entscheidungen mehr. Da war ein Buch. Das klingt banal. Ist es wahrscheinlich auch. Schließlich hatte ich genau dafür einen Probedruck bestellt. Es wäre eher beunruhigend gewesen, wenn stattdessen ein Toaster angekommen wäre.
Trotzdem verändert sich etwas. Vielleicht weil ein Buch sich meinem Zugriff ein Stück weit entzieht, sobald es ein Gegenstand geworden ist. Am Bildschirm kann ich jederzeit eingreifen. Noch drei Millimeter hier. Eine andere Schriftgröße dort. Das Bild etwas nach links. Vielleicht doch noch einmal das Cover. Der Probedruck sagt erst einmal nur: So sieht deine Entscheidung aus. Und dann muss ich damit umgehen.
Ich nehme das Buch mit aufs Sofa. Lege es auf den Tisch. Blättere darin. Schaue es aus ein paar Metern Entfernung an. Lasse es einen Tag herumliegen und sehe am nächsten Morgen noch einmal hin. Nicht besonders wissenschaftlich. Aber erstaunlich aufschlussreich.
Vielleicht brauche ich deshalb diesen Schritt so sehr. Nicht nur zur Qualitätskontrolle. Sondern weil ich irgendwann wissen muss, ob das, was ich mir als Buch vorgestellt habe, auch eines geworden ist. Nicht jeder Text muss das. Manches möchte vielleicht lieber ein Zine sein, ein Heft, ein Plakat oder etwas ganz anderes. Darüber kann ich lange nachdenken, Formate vergleichen und Entscheidungen treffen.
Aber wenn ich mich für ein Buch entschieden habe, kommt irgendwann der Moment, in dem ich es nicht mehr denken möchte. Ich möchte es in der Hand halten. Bei DANACH kam dieser Moment vor ein paar Wochen. Inzwischen ist der Probedruck nicht mehr der einzige. Das Buch ist erschienen. Und aus einer Datei ist etwas geworden, das jetzt bei anderen Menschen auf dem Tisch liegen kann.
Daran werde ich mich vermutlich nie ganz gewöhnen. Und das ist großartig. Wenn du selbst das Ergebnis sehen und entdecken willst, hier siehst du, welche Bücher schon erschienen sind oder als nächstes kommen und hier kannst du DANACH bestellen.